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mit Variationen entnommen aus den Stücken 'Partitura' und 'Rasoi' von
Enzo Moscato

        Szenenfoto: Claudio Longobardi
aufgeführt von
Paola Ariano - Rossella Ascolese - Maria Laura Frega - Rosa Giordano - Amelia Longobardi - Anna Lucchesi - Giulia Pica - Marilia Somma - Ilaria Toralbo -
Teresa Tufano

unter Mitwirkung von
Giulia Terrana

Originalmusik von
Pericle Odierna
aufgenommen auf CD-DIGIPLAY-NAPOLI hergestellt von diffusioneteatro ã 2002

Körperbemalung von
Roberta di Domenico De Caro

Ton: Gianrosario Setaro
Beleuchtung: Antonio Maddaloni
Regieassistenz: Marco Fontanarosa

Stellvertretende Regie: Rosalia Terrana

Regie:
Eduardo Zampella

Organisation und Verwaltung : Amelia Longobardi -

 

 

   
Metrofònos
Handlung: Von morgens bis abends, oder der Zyklus einer Jahreszeit. Der Wechsel von Tag und Nacht. Die Dauer irgendeines Krankenhausaufenthalts. Zehn Frauen, von unbestimmten Leiden gequält und verbraucht, verkörpern abwechselnd einfache Szenen aus dem täglichen Leben eines beliebigen Kranken. Heilung scheint etwas ganz anderes zu sein. Man sieht keine Möglichkeit, sich zu retten, und die einzige Hoffnung ist, aus dem Krankenhaus entlassen zu werden. So geschieht es, sie werden hinausgeworfen von einer gnadenlosen Kerkermeisterin - Krankenschwester, vielleicht eine von ihnen, die auf ihre Weise auf das Ende wartet, indem sie die eigene abgelegte bewegungslose Hülle betrachtet, Reste eines schutzlosen Körpers, der aus sich herausgetreten ist, wie eine unschuldige Seele. Und alle gehen weg und lassen an diesem schändlichen Ort die Kerkermeisterin mit ihren Hüllen und den leeren Betten: die Bewegungslosigkeit. Ja, aber wo sie hingegangen sind, kann man nicht wissen, Es gibt keinen Übergang von einem Schatten zum anderen und keinen Durchgang durch das Wasser, wenn es nur Wasser gibt.

   

Regiebemerkungen: Unsere berühmte Kranke ist die Stadt Neapel, im allgemeinen nicht beachtet... aber nicht mehr lange, denn eine Bevölkerung von Menschen wie Du und Ich verschließt immer mehr ihre Ohren vor dem Ruf der Mitschuld, Ruf einer versprengten Schar von Dichtern und Philosophen, verwundet und vom Schmerz gezeichnet. Diese stöhnen, seufzen, ertragen und erzählen leise ironisch gefärbte Gleichnisse und Legenden; sie erzählen sie uns ganz langsam, wie eine liebende Mutter, die uns die nackte Wahrheit verbergen will und ihren Tod fernzuhalten sucht, indem sie uns noch in den Windeln von damals lässt, als wir klein waren, fast als wolle sie den Zerfall aufhalten. Sie singen und lächeln angesichts der größten Katastrophe diese Verse, plebejische Märtyrer der Demokratie, fast als sei das Unglück ein Moment, der uns nie trifft. Und die Dichter sind wie die unerhörten Kassandren, am Rand des Wahnsinns, der Ohnmacht, anerkannt nur in den Literaturcafés, aber nur noch für kurze Zeit ... denn das Wasser wird jeden Tag geschwängert vom Auswurf von gemischten Harnstoffgameten... und das Dorf ist jetzt global: In Neapel scheint es zu sein wie in jedem anderen Teil der Welt. Von der biblischen Stimme in der Wüste an, scheint es, haben wir nichts und wieder nichts gelernt und daher ... da die Dichter seufzen, lassen wir das Theater schreien...
Zehn, aber vielleicht besser hundert, Sirenen, ausgestreckt, sterbend, schreien uns die Abwesenheit ihrer Hoffnung entgegen, zeigen uns ihre infizierten Wunden, von ihren Körpern gehen Strahlenbläschen aus, Feuerwerke, wir werden nicht mehr sagen können, dass wir nichts gewusst haben oder dass es bei uns ganz anders ist oder dass im Grunde die Dinge alle in Ordnung sind...weil sie wahr sind außerhalb des Geistes, nicht hier, niemals hier.
In der musikalischen Sprache von Enzo Moscato erkennt man den Rhythmus und die Kraft eines großen Liebesaktes mit der ganzen Menschheit und mit seinem - unserem - trotz seiner festlichen Kleidung kranken, unterworfenen, geschändeten Neapel, herausgeputzt... Wir sind konfrontiert mit Tönen, die uns verzaubern und einschüchtern, die uns aufrütteln und uns umschmeicheln, die uns anklagen und uns trösten - jedenfalls erkennen sie uns die Würde von aufmerksamen Zuhörern zu, die wir nicht enttäuschen dürfen: sie würden daran sterben.

( Übersetzung aus dem Italienischen von Giulia Terrana )                               Eduardo Zampella

Erfurt, 3. Oktober 2003

   

 

 


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